Jule Gutschmidt

„Dog Whistles“

Bundeskanzler Stocker sorgte Anfang August auf seiner Österreich-Tour für heftige Debatten. Nachdem eine Bürgerin ihm vorrechnete, dass Kinderbetreuung mit 96 Stunden Aufwand pro Woche harte Arbeit sei, antwortete Stocker, er sehe Kinderbetreuung nicht als unbezahlte Arbeit. Familien seien kein Business-Case – Familie bedeute für ihn etwas zu tun, ohne etwas dafür zu bekommen.Journalistin und Autorin

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Sicherer Hafen

Die Flucht zwischen Libyen und Italien wagen Menschen bis heute in einfachen Schlauchbooten. Ihnen helfen private Seenotrettungsorganisationen. Doch Flüchtende wie Seenotretter:innen haben mit Repressionen zu kämpfen. Von Nele Posthausen »Dieses Jahr ist eines der schlimmsten«, sagt Abdulraman. Er ist selbst vor rund zehn Jahren über das Mittelmeer geflohen und berichtet mir nun in einem Radiostudio

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„Unsere Solidarität ist unsere Radikalität“

Bei einem bundesweiten Frauenstreik soll Österreich am 3. Mai 2027 zu spüren bekommen, was passiert, wenn Frauen die Arbeit niederlegen.Ein Gespräch mit Elisabeth Klatzer und Anna Majcan über Care-Debatten und Rezepte gegen die Ohnmacht.Von Laura Helene May Frauenstreiks haben eine lange, machtvolle Geschichte. In der Schweiz führte ein Streik von einer halben Million Frauen am

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„Remigration“ beginnt lange vor der Abschiebung

„Send them back“ wurde im Europäischen Parlament skandiert, als es um Verschärfung von Asylgesetzen ging. Was antworten wir darauf? Von Yasmin Maatouk. »Remigration« ist ein rechtsextremer Kampfbegriff, der längst zum Standard-Repertoire von FPÖ-Chef Herbert Kickl und anderen rechten Akteur:innen quer durch Europa zählt. Ein solches Wort muss längst nicht von allen akzeptiert werden, um normal

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zeitausgleich: Stocker: Rücktritt! Jetzt!

Karin Stanger „Also Kinderbetreuung ist für mich keine unbezahlte Arbeit, weil Kinderbetreuung für mich … Ich würde das nicht als Arbeit sehen. Ich sag’s ganz ehrlich. Aus meiner Sicht ist eine Familie nicht in bezahlter Arbeit zu rechnen.“Ich hatte gerade allein zwei kleine Kinder ins Bett gebracht, als ich die Aussage vom Noch-Kanzler Christian Stocker

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leib & leben: Müder Widerstand

Von Bianka Riedmann Früher habe ich meine Wut meistens produktiv genutzt. Wenn ich auf Ableismus oder fehlende Barrierefreiheit stieß, schrieb ich schon mal E-Mails oder klärte auf Instagram über negative Erfahrungen als Mensch mit Behinderung auf.Heute fehlt mir die Kraft, aus dieser Wut etwas Nützliches zu machen. Nicht, weil es mir egal geworden wäre. Sondern

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Feminist Superheroine: May Ayim

May Ayim (1960-1996) war Dichterin, Pädagogin und Gründungsmitglied der Initiative Schwarze Deutsche. Als Kind einer deutschen Mutter und eines ghanaischen Vaters wuchs sie bei einer Familie in Münster auf. In den 1980er-Jahren traf sie in West-Berlin auf Audre Lorde, aus dieser Begegnung entstand nicht nur das Netzwerk Schwarzer Aktivistinnen, sondern 1986 auch das Buch „Farbe

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Feminist Superheroine: Nikki Giovanni

Yolande Cornelia „Nikki“ Giovanni Jr. wurde am 7. Juni 1943 in Knoxville, Tennessee, geboren. In ihren zwanzigern begann sie Gedichte zu schreiben und war ein aktives Mitglied des Black Arts Movement, während ihrer Studienzeit war sie Teil der Bürgerrechtsbewegung. Ihr einziges Kind zog sie unverheiratet und als alleinerziehende Mutter auf. Über ihre Mutterschaft sagte sie:

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„Die FIFA muss zerschlagen werden!“

Nicole Selmer ist Sportjournalistin und seit 2024 Co-Chefredakteurin des Fußballmagazins „Ballesterer“. Ein Gespräch über Korruption und Macht bei der WM, Tickets für eine Million Dollar und Freiheiten, die der Fußball Frauen bietet.Interview: Lea Susemichel und Brigitte Theißl an.schläge: Die FIFA-Männer-WM tritt heuer zum ersten Mal mit einem Menschenrechtskonzept an. Human Rights Watch hat dem Turnier

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Modemüll

Durch Labels wie „sustainable“ oder „conscious“ schmücken sich Fast-Fashion-Konzerne mit vermeintlicher Nachhaltigkeit. Doch die Textil-Müllberge, die global verschifft werden, wachsen immer weiter. Von Chiara Kohlmorgen Kleiderberge, die auf der Straße rund um überquellende Altkleidersammelcontainer liegen, sind vielerorts in der Stadt zu sehen. Im Mai beschloss der Wiener Landtag deshalb ein Verbot der Sammelbehälter. Das Problem

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Mehr als ein Look

In regelmäßigen Abständen entdecken Modeindustrie und Medien lesbische Ästhetiken neu. Was heute als „Sapphic Style“ ausgerufen wird, war jedoch nie bloße Geschmackssache. Von Vina Yun Im Frühling 1993 sorgte das Cover der US-Zeitschrift „New York Magazine“ für Aufsehen. Darauf präsentierte sich k.d. lang, Country-Pop-Musikerin und lesbischer Super­star, selbstbewusst in einem großzügig geschnittenen Herrenanzug und mit

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Erfundene Entfremdung

Wer vor Familiengerichten Gewalt anspricht, gerät immer häufiger selbst unter Verdacht. Vor allem Müttern wird vorgeworfen, ihre Kinder gegen den Vater zu manipulieren – mit Verweis auf das umstrittene „Parental Alienation Syndrome“.Von Alexandra Polič Als Sarah Brandt zum ersten Mal vor Gericht sitzt, sind die Verletzungen noch sichtbar, die ihr der Vater ihres Kindes zugefügt

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Power-Dressing im Preppy-Stil

Die Kulturwissenschaftlerin Elke Gaugele forscht zu Fashion und Faschismus. Mit Lea Susemichel hat sie über Hypermaskulinität, den MAGA-Look und weiße Rüschenklamotten gesprochen. an.schläge: Du arbeitest gerade an einem Buch zu Fashion und Faschismus – leider ein sehr aktuelles Thema. Bei den Modewochen im Frühjahr sorgten Männer wie der Influencer Clavicular für Aufregung, er wird der

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Feminist Superheroine: Rosika Schwimmer

Rosika Schwimmer war eine ungarische Frauenrechtsaktivistin und Pazifistin. 1877 wird sie in Budapest in eine jüdische Familie geboren. Als Journalistin arbeitet sie zu Themen wie Mutterschaft und Kinderschutz und übersetzt auch feministische Texte ins Ungarische. Anfang des 20. Jahrhunderts gründet sie den Landesverein der Arbeiterinnen Ungarns sowie den Verein der Feministinnen und ist im Weltbund

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Nichts weniger als die Revolution

Das Patriarchat ist das Problem – Männer müssen sich grundlegend ändern. Von Sibel Schick Seit der Fall Pelicot publik wurde, wird allerorts gefordert: Die Scham muss die Seite wechseln! Scham ist dabei nicht bloß ein Gefühl, sondern auch ein patriarchales Machtinstrument. Scham führt dazu, dass Menschen schweigen, aufgrund von Scham geben die Betroffenen von Gewalt

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„Mehr Menschen abholen“

Mit „The Monday Talks“ betreibt Alina Kuhl ihre feministische Aufklärungsarbeit gegen patriarchale Gewalt vor allem auf Social Media. Denn via TikTok ließe sich oft mehr bewegen als mit einem Buch. Von Irem Demirci Eigentlich wollte Alina Kuhl nur ein Talkformat machen. TikTok sollte helfen, Leute auf ihre monatliche Talkshow „The Monday Talks“ aufmerksam zu machen.

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Wenn Bots Bitches jagen

Veronika Kracher bezeichnet sich selbst als „Expertin für belastende Männer im Internet“ – soeben ist ihr zweites Buch „Bitch Hunt“ erschienen. Sophia Krauss hat mit ihr über den Prozess gegen Amber Heard und Online-Hass als Geschäftsmodell gesprochen. an.schläge: Du hast zu Incel-Foren geforscht und widmest dich auch in deinem neuen Buch der Misogynie im Internet.

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„Es hat sich noch nie jemand bei mir entschuldigt“

Digitale Gewalt betrifft viele, doch die Hürden, sich zu wehren, sind groß. Nur wenige können es sich leisten, dagegen vorzugehen. Autorin und Expertin für prekäre Arbeitswelten Veronika Bohrn Mena erzählt im Gespräch mit Rosa Gierometta von ihren Erfahrungen im Kampf gegen den Hass im Netz. an.schläge: Vor kurzem haben Sie eine Mail, die Sie erhalten

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„Ich möchte sagen, dass ich am Leben bin“

Jahre nach dem Höhepunkt der MeToo-Bewegung werfen erschütternde Fälle wie jener von Gisèle Pelicot eine Frage neu auf: Wie können wir die patriarchale Geschlechterordnung stürzen?Von Brigitte Theißl »Ich weiß nicht mehr genau, an welchem Tag ich zum ersten Mal diesen tosenden Applaus hörte, als ich das Gerichtsgebäude betrat«, schreibt Gisèle Pelicot in ihrem Buch, dem

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