Gisèle Halimi (1927-2020) war eine tunesisch-französische Anwältin, Schriftstellerin und Frauenrechtlerin. Mit 16 Jahren verweigerte Halimi die von den Eltern arrangierte Hochzeit, zog nach Paris und studierte dort Jura, Philosophie und politische Wissenschaften. 1971 unterzeichnete sie das berühmte Manifest der 343, in dem sich Frauen öffentlich zu ihrer Abtreibung bekannten. Der Bobigny-Prozess, in dem sie ein Mädchen verteidigte, das abgetrieben hatte, ebnete schließlich den Weg zur Legalisierung der Abtreibung 1975. Ihr Einsatz in einem Vergewaltigungsprozess führte dazu, dass Vergewaltigung 1980 in Frankreich offiziell zur Straftat erklärt wurde. Gemeinsam mit Simone de Beauvoir und anderen gründete sie die Frauenrechtsorganisation „Choisir la cause des femmes“. Halimi gilt damit als eine der wichtigsten Vorkämpferinnen des französischen Feminismus.