Illustrationen © Vanessa Lanc
Warum geben noch immer zwei Drittel aller Frauen ihren Nachnamen ab, wenn sie einen Mann heiraten? Von NADIA SHEHADEH, SONJA EISMANN, CHRISTINA MOHR und BETANIA BARDELEBEN
Männliche Herrschaftsansprüche prägen zunehmend internationale Beziehungen – der globale Rechtsdruck vollzieht sich aber nicht nur auf der weltpolitischen Bühne. Autoritäre Regierungen höhlen Frauen- und LGBTIQ-Rechte aus und setzen auf patriarchale Erzählungen, die Frauen auf den Platz der gefügigen Ehefrau und Mutter verweisen.
All das ist längst auch in die Popkultur eingesickert. Tradwives begeistern auf Instagram und TikTok ein Millionenpublikum, Romance-Bücher romantisieren gewaltvolle Beziehungen und „Tradpop“ erobert den Mainstream. In unserem aktuellen Schwerpunkt widmen wir uns diesem intimen Patriarchat und fragen nach patriarchalen Traditionen, die wir kaum noch hinterfragen. Warum etwa geben rund zwei Drittel der Frauen, die einen Mann heiraten, ihren Namen ab? Wir spüren dem Bild der perfekten Mutter ebenso nach wie sogenannten Love-Scammern, die für ihre Betrugsmasche auf bewährte patriarchale Maschen setzen.
Und wir fragen auch, wie Liebe sich anders denken lässt als ein Korsett romantischer Zweierbeziehung. In dieser Ausgabe gibt es außerdem eine Reportage über den zunehmenden Konsum von Benzodiazepinen unter jungen Frauen zu lesen – unterstützt durch ein Recherche-Stipendium des FJUM. Feministischen Journalismus, der unermüdlich patriarchale Erzählungen entlarvt und Alternativen entwirft, unterstützt ihr am besten mit einem an.schläge-Jahresabo! Save the world with feminism!
an.schläge II/2026 erscheint am 27.3.26

Toxic Love & Female Gaze
New Romance boomt auf TikTok und im Buchladen. Hat die neue Girl-Culture wirklich nicht mehr zu bieten als sexistische Storys?
Von ANTONIA KRANEBITTER
Bereuen dürfen
Einen Kinderwunsch haben inzwischen mehr junge Männer als junge Frauen. Sind Tradwives die Antwort auf „Regretting Motherhood“?
Von STEFANIE RABENSTEINER

an.riss
Kurzmeldungen
Eine einzigartige Energie
Encuentro in Argentinien: Feministischer Widerstand ist in Mileis hyperkapitalistischem Versuchslabor überlebenswichtig geworden.
Von LAURA HELENE MAY
an.riss international
Kurzmeldungen

an.riss Kultur
Kurzmeldungen
Keine Gnade
Machen Frauen die ärgeren Filme? In ihrer Doku „No Mercy“ geht die deutsche Regisseurin Isa Willinger dieser These im Gespräch mit genialen Regie-Legenden nach. Packend.
Von JULIA PÜHRINGER
Existentielle Notwendigkeit
Interview: Gabriele Schor ist die Frau hinter der „Sammlung Verbund“. Ein Gespräch über feministische Avantgarde, gesellschaftliches Bewusstsein und Revolte.
JULIA PÜHRINGER
an.sehen: Freischwimmen
Kristen Stewart legt mit der Verfilmung von Lidia Yuknavitchs autobiografischem Kultbuch „The Chronology of Water“ ein brachiales und fulminantes Regiedebüt vor.
Von MAXI BRAUN
an.klang: Triumphierende Hauptfiguren
Mickalene Thomas‘ Kunst kreist um den Blick einer Schwarzen Frau, die Schwarze Frauen liebt.
Von HANNAH SCHMIDT
an.lesen
Kurzrezensionen
an.lesen: Die Schamanin von Sachsen-Anhalt
Morgane Llanque erzählt „eine andere Geschichte der Menschheit“ und darin sehr spannend von Steinzeit-Jägerinnen, Piraten mit Behinderung und eitlen Römern.
Von LEA SUSEMICHEL

KOLUMNEN
neuland: Yellow Fever
SHOKO BETHKE
EU-Kolumne: Mein feministisches Weihnachtswunder
Von INGE CHEN
zeitausgleich: Immer auf die Schwächeren
Von KARIN STANGER
heimspiel: Zwei getrennte Mamas
Von LOTTE ANTI-OEDIPUSSY
queerverweis: Leises Coming-out
Von KAROLIN KOLBE
leib & leben: Ein Teil von mir
Von BIANCA RIEDEMANN
positionswechsel : Lymphstau lösen
Von ERON
RUBRIKEN
batty…
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an.frage
„Korrekter Geschlechtseintrag für alle“
Sprechblase
„On the ice, she’s my enemy“
PLUS MINUS
Billigere Tampons – Binäre Ideologie
medienmix
Sorgen, Senden, Stimme(n)
Vorgestellt
Kottilesben
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Bread & Roses
an.künden
Veranstaltungstipps
Die FILMLÖWIN empfiehlt: Militantropos
Von BIANCA JASMINA RAUCH
KOMMENTAR
an.sage: Zweimal zum Opfer gemacht
Von VERENA KETTNER