Die trans und Latinx-Aktivistin* Lorena Borjas wird 1960 im mexikanischen Bundesstaat Veracruz geboren. Im Alter von 17 Jahren flieht sie aufgrund massiver transfeindlicher Gewalt in ihrer Familie nach Mexiko-Stadt, wo sie vorübergehend obdachlos ist. Anfang der 1980er-Jahre migriert sie undokumentiert nach New York (USA), auch um dort Zugang zu medizinischer Versorgung und Hormontherapie zu erhalten. Sie arbeitet als Sexarbeiterin und lebt zeitweise gemeinsam mit rund zwanzig weiteren „trans Sisters“ in einer Wohnung, die ebenfalls in der Sexarbeit tätig sind.
Insbesondere in Queens engagiert sie sich später als Community-Organisatorin für den Schutz von trans Personen, die von Menschenhandel, Polizeigewalt und transfeindlicher Gewalt betroffen sind. Borjas nimmt gefährdete trans Frauen bei sich zu Hause auf, vermittelt Zugang zu kostenlosen HIV-Tests, organisiert sauberen Spritzentausch für Hormoninjektionen und unterstützt Migrantinnen ohne gesicherten Aufenthaltsstatus. 1995 ist sie an der Organisation eines der ersten trans-politischen Märsche in Queens beteiligt. 2020 stirbt sie infolge einer COVID-19-Erkrankung.